Danke an…

…die Hospizvereine, bei denen wir zu Gast sein durften, die uns bewirtet haben und mit denen wir spannende Gespräche führen konnten.

…die Menschen, die sich entlang der Straße für uns interessiert haben, die an uns gespendet haben, die nachgefragt haben und denen wir von unserer Arbeit und unserer Überzeugung erzählen durften.

…die vielen Freunde und Unterstützer, die uns mit ihren nachrichten und Gedanken immer wieder motiviert haben (was streckenweise dringend notwendig war).

…die vielen Helfer vor Ort in Salzburg und Mühldorf: danke für die Shirts und die Wimpel (sie waren unterwegs DER Hingucker und auf der Bundesstraße unsere Sicherheitsreserve), danke an die Werbeagentur für das geniale Logo und den Text, danke an Johanna für das fleißige online stellen von Bildern und Beiträgen.

Ihr alle seid Teil der Tour de Hospiz!

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Etappe 14 – Berlin, Berlin, wir radeln nach Berlin!

Bereits am frühen Morgen haben wir ein letztes mal unsere Taschen gepackt, sind ein letztes mal auf unsere Räder gestiegen und haben ein letztes mal unserem Startort (dieses mal Beelitz) auf Wiedersehen gesagt. Die gestrige Etappe war mit Abstand die leichteste. Angezogen von der deutschen Hauptstadt fuhren sich die Räder quasi wie von selbst.

Der Countdown läuft…

Und als dann das große gelbe Ortsschild von Berlin in Sicht kam, waren wir von unseren Gefühlen überwältigt. Wir hatten es tatsächlich geschafft. Nach 825 geradelten Kilometern stehen wir am 23.05. um 14:00 Uhr am Ziel der Tour de Hospiz: 52° 30′ 58.59″ N 13° 22′ 39.734″ E (Berlin, Brandenburger Tor). Wir finden es selbst ganz unglaublich, dass das möglich war und dass Beine und Fahrräder noch funktionieren.

2 Frauen. 2 Räder. 1 Ziel.

Nach einer Currywurst Unter den Linden hier das Fazit:
Es war stellenweise hart und manchmal war es härter als wir erwartet haben – in diesen Momenten war es mehr eine TORTUR als eine TOUR de Hospiz.
Aber es war auch fröhlich und schön – meistens dann wenn wir damit gar nicht gerechnet haben.

Wir haben uns über Dinge gefreut, die sonst selbstverständlich sind (Frühstück in Greiz) und waren über Kleinigkeiten hocherfreut („Heute mal nur ein halber Tag Regen…“).

Wir haben mit Menschen gesprochen, die sehr wenig über Hospizangebote und Palliativversorgung wussten und mit Menschen, die bereits von schweren Krankheiten betroffen waren. Dabei stießen wir auf Wohlwollen, Interesse und Freundlichkeit. Und immer wieder auf „Gut, dass es das gibt.“

In unseren Erfahrungen auf dem langen Weg von Salzburg nach Berlin spiegelt sich, wie wir denken, das Thema Hospiz- und Palliativversorgung  sehr gut wider. Schwer krank sein, mit dem Lebensende konfrontiert sein, IST hart. Aber in all dem Schweren kann es auch lebenswert und schön sein, können Kleinigkeiten wichtig und Selbstverständliches ganz besonders sein.

Wir, die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen in den Hospizen, Palliativstationen, SAPV-Teams und Hospizvereinen möchten dabei unterstützen, viele gute Momente zu ermöglichen. Wir wünschen uns, dass das Vertrauen der Menschen wächst und die Angst vor dem Thema Hospiz- und Palliativversorgung schwindet, damit Betroffene besser und früher unterstützt werden können, dass es noch mehr verschiedene Möglichkeiten für die Versorgung und Unterstützung von Menschen in ihrer letzten Lebenszeit gibt, weil die Lebenssituationen der betroffenen Menschen ganz unterschiedliche Konzepte erfordern.

Weil es nicht um sterben, sondern um leben geht.

Etappe 13 – Wir fahren von Lutherstadt Wittenberg nach Beelitz und ziehen ein erstes Resümee

Gemein: Obwohl uns der Wetterbericht für gestern Sonnenschein vorhergesagt hat, war schon am Morgen klar, dass das so nicht stimmt. Nach der Vormittagspause an einer Tanke – gab nichts anderes – hat es dann auch gleich zu regnen begonnen. Verglichen mit dem, was bei uns zu Hause gerade los ist, kein Drama. Wir sind sehr dankbar, dass wir uns aktuell im trockeneren Teil des Landes befinden. Nachdem unsere gestrige Etappe von Wittenberg nach Beelitz im Vergleich zum Vortag moderat ausgefallen ist und wir auch schon am frühen Nachmittag fertig waren mit Radfahren, blieb am Ende des Tages noch etwas Zeit für ein erstes Resümee.

Wir hatten Gelegenheit uns in dem zu üben, was zu den Grundsätzen der Hospiz- und Palliativversorgung gehört – Flexibilität und Gelassenheit: Wir haben gegessen wann und was es zu essen gab, waren begeistert wenn das Wetter zwischendurch mal besser oder die Strecke flacher war, haben versucht nicht daran zu denken, dass gleich der nächste Regenschauer kommen könnte oder wir demnächst einen gewaltigen Berg hochstrampeln müssen. Wir haben uns darin geübt, alles zu nehmen wie es ist und das Beste daraus zu machen.

Das verbindet uns mit der Wirtin, bei der wir zu Mittag gegessen haben. Sie macht Heimdialyse und wartet aktuell auf eine Spenderniere. Als sie uns das alles erzählte, lachte sie und sagte:

„Ick fühl mick pudelwohl“

So sehen hier übrigens die Gaststätten aus, wenn sie nicht mehr betrieben werden.

Heute also die letzte Etappe nach Berlin. In 44km endet das, was als verrückte Idee im letzten Jahr in London begann, dann tatsächlich in Berlin. 2 Frauen. 2 Räder. 1 Ziel.
Wir können es selbst noch nicht glauben…

Unsere lieben Kollegen von daheim senden uns Kraft und radeln in Gedanken mit.

Etappe 12 – Die Strecke zwischen Leipzig und Lutherstadt Wittenberg haben wir „hintre g’richt“ (geschafft)

Gestern hat es von Leipzig nach Lutherstadt Wittenberg etwas länger gedauert. Als wir in Wittenberg angekommen sind, zeigte der Tageskilometerzähler 100 km. Dass die Etappe lang werden würde wussten wir, deshalb sind wir besonders früh losgefahren. Dass sie dreistellig werden würde, war uns jedoch zunächst nicht klar.

Die Elbe begleitet uns weiter auf dem Weg nach Berlin.

Wir fahren eigentlich jeden Tag einige Kilometer mehr als geplant. Das liegt daran, dass wir nicht immer genau so fahren können wie das Navi es möchte (Straße gesperrt, Umleitung, gar keine Straße) oder zu Versorgungszwecken von der Route abweichen müssen. Ich dachte ja, dass es in Deutschland kein Problem wäre sich entlang der Radrouten zu verpflegen, aber ich habe mich geirrt. Es gab Orte mit gar keiner Wirtschaft/Geschäft, Orte mit Wirtschaften, die alle schon/noch geschlossen sind und Orte mit Gasthäusern, die alle am Dienstag Ruhetag haben.

Hierzulande sehen die Wegweiser noch etwas anders aus.

Gestern war es trotz flachen Wegen und gutem Wetter (durchgehend sonnig) am Ende doch anstrengend. Das lag nicht nur an den vielen Kilometern, sondern auch daran, dass wir uns hinter Bad Düben auf unangenehmen Waldwegen durch die Bad Dübener Heide gequält haben und mittags in Bad Schmiedeberg schon mal so richtig platt waren. Geradelt sind wir dann noch bis 17:30.

Bad Dübener Heide.
Auf der Elbebrücke nach Wittenberg.

Abends waren im Zentrum von Wittenberg unterwegs. Hier atmet die Geschichte und man fühlt sich wie ein Schauspieler in einer Theaterkulisse. Beeindruckende Gebäude und noch viel beeindruckender sich vorzustellen, dass hier Geschichte geschrieben wurde.

Erleuchtet durch die abendliche Sonne – DIE Marienkirche in Wittenberg.
Unser Kilometerzähler am Ende des Tages.

Etappe 11 – Von Zeitz über die sächsische Grenze nach Leipzig

Was für ein Morgen! Wir verließen Zeitz am frühen Morgen und fanden auf Anhieb (!) in der richtigen Richtung aus der Stadt hinaus. Unsere Radstrecke führte uns auf dem Elster-Radweg direkt am Fluss entlang. Die Vögel pfiffen, es war noch kühl, aber die Sonne begann schon durch die Blätter zu spitzen. Es roch nach frisch gemähtem Gras an den Rapsfeldern entlang des Weges. Der Radweg war gut, die Strecke flach, so könnte es bis zu unserem Ziel weitergehen…

Der Elster-Radweg führte uns durch eine wunderbare Landschaft.
Bereits am frühen Morgen wurde unser Ziel Leipzig greifbar.

Ein weiteres Mal waren wir begeistert von den verschiedenartigen Landschaften. In welch einem schönen Land wir doch leben.

Ein „Meer“ in Sachsen: der Cospudener See
Kurz vor Leipzig – wir können immer noch lächeln.

Mittags erreichten wir dann Leipzig, noch rechtzeitig vor dem für Nachmittag angekündigten Regen. Wir checkten mitten in der Stadt in einem beeindruckenden Wohnhaus ein und ich flitzte am Nachmittag noch schnell in die Innenstadt, um mir ein bisschen Leipzig anschauen.

Leipzig – welch eine schöne und noble Stadt.

Neben modernen Gebäuden kann man in Leipzig viele alte Gemäuer bestaunen. An jeder Ecke wird man quasi von der Geschichte Deutschlands übermannt. Vor mittlerweile fast 30 Jahren starteten hier die Montagsdemos, welche als bedeutender Bestandteil der Friedlichen Revolution der DDR galten und zur Wende beitrugen. Schon erstaunlich, wenn man genau da steht wo etliche Jahre zuvor tausende von Menschen demonstriert haben. 

Alt trifft modern.

Nun sind es noch etwas mehr als 200km bis zu unserer Ankunft am Donnerstag. Heute haben wir eine etwas längere Strecke vor uns, aber wir sind guter Dinge und hören Berlin schon nach uns rufen.

Etappe 10 – Von Greiz nach Zeitz

Immer noch im Vogtland. Immer noch gutes Wetter und gute Laune. Auf der gestrigen Tagesetappe hatten wir mit vergleichsweise kleinen Problemen zu kämpfen: Kein Frühstück beim Losfahren in Greiz und gleich die ersten 10 km ständig bergauf. Es war ein weiterer Tag mit viel auf und ab und unzähligen Höhenmetern. Das hatten wir uns anders vorgestellt.

Irmi auf dem letzten Berg des Tages, schnaufend aber glücklich.

Die gute Nachricht ist, dass wir am Nachmittag ziemlich bald in Zeitz angekommen sind und sogar noch Zeit für einen Kuchen in der Orangerie gefunden haben. Das Problem war dabei nicht das Finden der Zeit, sondern das Finden des Kuchens (alle Cafés geschlossen).

Wir residieren im Hotel Torino.

Heute geht es weiter nach Leipzig. Ab jetzt werden die Strecken (hoffentlich!) wieder flacher und die Bergwertungen weniger, was uns sehr freut. Und da gestern Sonntag war, gibt es heute nur einen kurzen Bericht.

Wahlwerbung in Gera.

Etappe 9 – Rauf & runter von Hof nach Greiz

Nachdem wir uns am Morgen bereits fundamental auf kleinen Straßen verfahren haben und für ein paar lächerliche Kilometer den halben Vormittag gebraucht haben, verließen wir die Navigation und sausten über die Bundesstraße. Am Samstag ist da nicht viel los und wir sind noch vor dem Mittagessen auf halber Strecke in Plauen angekommen.

Ein bisschen Geschichte für zwischendurch.

Danach wurde es richtig mühsam. Der Radweg entlang der Elster ist weniger ein Radweg als eine Mountainbike-Strecke und wir wuchteten unsere schwer bepackten Räder über Baumwurzeln und Steine. Für das letzte Stück nach Greiz wichen wir dann wieder auf die Bundesstraße aus, auf der wir an dem kleinen verträumten Nestchen Elsterberg vorbei kamen. Hier wurde gerade ein Brunnenfest gefeiert, welches wir uns nicht entgehen lassen wollten.

Brunnenfest in Elsterberg.

Die ständigen Steigungen im Vogtland sind mühsam und eine ziemliche Herausforderung; es geht abwechselnd rauf und runter.
Gestern sind wir die Strecke mit den meisten Höhenmetern gefahren, ab jetzt wird es immer flacher.

Endlich haben wir Glück mit dem Wetter!

Irmi hat wieder gerechnet: Wir sind jetzt schon mehr als 500 km geradelt; 330 km liegen noch vor uns. Unser Ziel Berlin rückt näher und wird immer realistischer.